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Was sind Lebensmotive?

Steven Reiss ist emeritierter Professor für Psychologie und Psychiatrie an der Ohio State University in Columbus, Ohio, USA. Als er in den neunziger Jahren lebensbedrohlich erkrankte, war er überrascht, mit welcher Hingabe und Liebe zum Beruf er von den Krankenschwestern und Krankenpflegern umsorgt wurde – ein Beruf, den er sich für sich selbst nie vorstellen könnte. Darauf aufbauend fragte er sich: „Was macht einen Menschen, was den anderen Menschen glücklich? Was macht mich glücklich?“

Bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage entdeckte er eine Lücke in der wissenschaftlichen Motivationsforschung, denn dort fehlten bislang Modelle zur Analyse der individuellen Motivstruktur. Nach seiner Genesung begab sich Reiss selbst an die Erforschung überdauernder Werte, Ziele und Motive. In neun großen internationalen Studien mit über 15.000 Probanden untersuchte er, welche „Endmotive“ den Menschen antreiben. Er fand heraus, dass es mit den so genannten Lebensmotiven 16 fundamentale Werte und Bedürfnisse gibt, die uns motivieren.

In jedem Menschen kommt jedes Lebensmotiv in einer gewissen Ausprägung vor. Dennoch unterscheiden sich die Individuen beträchtlich in der Ausprägung und Verknüpfung der einzelnen Motive, jeder Mensch hat seinen ganz eigenen "Glückspunkt". Insgesamt gibt es daher über viele Milliarden verschiedene Motiv-Profile, die wie ein individueller Fingerabdruck sind, keines gleicht dem anderen.

Wer sein Motivprofil genauer kennen lernt, kann also wertvolle Einblicke in seine Persönlichkeit gewinnen: Wer er wirklich ist, was ihn im Innersten bewegt und antreibt - und was seine Antwort auf die Frage nach dem Sinn seines Lebens ist. Diese Erkenntnisse tragen auch dazu bei, mit sich zufriedener und glücklicher zu leben, und vor allem sich und anderen gegenüber toleranter zu werden.